Benimm dich!

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26.10.2013
von Hanna Tudor, Klett MINT | #mintmagazin

Benimm dich!

Innerhalb der ersten zehn Sekunden entscheiden wir, ob wir Interesse am Kontakt mit unserem Gegenüber haben. Das gilt auch für Bewerbungsgespräche. Erstaunlich daran ist, dass für den ersten Eindruck der Inhalt des Gesagten kaum zählt. Viel wichtiger sind Körpersprache, Kleidung, Sprache und Geruch.

Auch der Personalverantwortliche macht sich während der ersten Sekunden ein Bild von seinem Gesprächspartner. Unpassende Kleidung, ein zu schwacher Händedruck oder fehlender Blickkontakt – schon ist der negative Eindruck perfekt. Wer seine Einstellungschancen erhöhen will, sollte also lieber folgende Regeln beachten:

 

Timing ist wichtig

Oberste Prämisse für das erste Treffen zwischen zukünftigem Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist Pünktlichkeit. Minuspunkte sammeln Jobanwärter, wenn sie sich verspäten. Auch überpünktliches Erscheinen wird nicht belohnt: Bewerber sollten nicht mehr als zehn Minuten zu früh dran sein. Wer das beherzigt, hat die erste Hürde geschafft.

 

Kleider machen Leute

Bei Bewerbungsgesprächen im Banken- und Versicherungssektor solltest du den Dresscode besonders beachten. Hier ist nämlich Business-Kleidung gefragt; Freizeitlook geht gar nicht: bauchfreie Oberteile, Turnschuhe oder Flip Flops haben hier nichts zu suchen. Auch grelle Farben und Muster sowie zu viel Schmuck sind fürs Vorstellungsgespräch unpassend. Für Mädchen eignen sich Hosenanzüge oder Kostüme mit passender Bluse. Geschlossene Schuhe und Strümpfe bzw. Feinstrumpfhose runden das perfekte Outfit ab. Jungs liegen mit einem dunklen Anzug, dezentem Hemd und passender Krawatte richtig. Hierzu trägt Mann dunkle, lange Socken, so dass das Bein nicht zu sehen ist, auch nicht beim Sitzen. Für Outfitfragen gilt: Lieber einen Tick schicker beim Bewerbungsgespräch erscheinen, als es später im Berufsalltag erforderlich ist. Wer sich schick macht zeigt, dass ihm die Sache wichtig ist.

 

Auf die Körpersprache achten

Wenn es um Körpersprache geht, hat Robert Wagner, Gesellschafter und Geschäftsführer der Allianz Generalvertretung Buchholz OHG, wertvolle Tipps für angehende Nachwuchskräfte. „Ein absolutes Tabu ist Kaugummi kauen“, weiß der 29-Jährige, der selbst einst das Bewerbungsgespräch für die Ausbildung zum Versicherungskaufmann erfolgreich absolviert hat. Ebenfalls unangebracht ist, mit den Fingernägeln auf den Tisch zu trommeln, mit etwas herumzuspielen oder sich lässig zurückzulehnen. Der Händedruck zur Begrüßung und Verabschiedung ist selbstverständlich. Er sollte kurz und fest sein, der Abstand zwischen zwei Personen während eines formalen Gesprächs beträgt einen bis drei Meter.

 

Tabus bei der Sprechweise

Genauso wichtig wie die Körpersprache ist die Sprechweise des Bewerbers. Egal wie groß die Aufregung ist, es gilt immer: langsam sprechen! Kurze und durch Pausen klar strukturierte Sätze helfen dem zukünftigen Chef das Gesagte zu verarbeiten, und dir selbst Ruhe zu bewahren. Eine weitere Kommunikationsregel lautet: Den Gesprächspartner immer ausreden lassen – auch wenn du noch so froh bist, die richtige Antwort auf eine Frage zu kennen. Wichtig ist außerdem die Wortwahl. Kraftausdrücke und Slang sind tabu. „Bewerber sollten versuchen, sich gewählt auszudrücken“, rät Wagner. „Mein schlimmster Kandidat kam zehn Minuten zu spät und in Freizeitbekleidung. Zu allem Übel klingelte zwischendurch sein Handy und im Laufe des Gesprächs fiel vier Mal das Wort ‚Alter’.“ Unnötig zu erwähnen, dass er den Job nicht bekommen hat.

 

Kommunikation ist das A und O

Um deinen Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass du super für den Job geeignet bist, solltest du authentisch bleiben und hinter deinen Aussagen stehen. Ein freundliches Auftreten, aufmerksames Zuhören und eine höfliche Art sind außerdem wichtig. Ein weiterer Tipp lautet: Beteilige dich aktiv am Gespräch. Das gelingt am einfachsten, indem du einsilbige Antworten vermeidest. Betrachte das Gespräch als Chance und nicht als reine Stresssituation. Je besser du dich vorher über das Unternehmen und den zukünftigen Aufgabenbereich informierst, desto besser kannst du mitreden. Hierzu gehört auch zu wissen, was dich im späteren Berufsalltag erwartet.

 

Was fürs Bewerbungsgespräch gilt ist auch im Job wichtig

Wenn du erstmal das Bewerbungsgespräch erfolgreich gemeistert hast, musst du natürlich beweisen, dass dein gutes Benehmen keine einmalige Sache war.Im Banken- und Versicherungssektor spielt der Kundenkontakt eine zentrale Rolle. Voraussetzung hierfür sind Benimmregeln und ein gepflegtes und ordentliches Auftreten. Natürlich sollest du gerne mit Menschen zu tun haben und Kunden gegenüber höflich und aufmerksam sein. Auch Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind in dieser Branche selbstverständlich. Schließlich basiert der Unternehmenserfolg auf dem Vertrauen der Kunden.

Ebenso wichtig ist der Umgang mit den Vorgesetzen und Kollegen. Ein gutes Betriebsklima wirkt sich auf die Arbeit des Einzelnen aus und ist selbst für Außenstehende zu spüren. Deshalb zählt auch hier ein respektvolles und freundliches Verhalten.

Timing, Aussehen, Körpersprache, Sprechweise und Kommunikation – alles in allem klingt ein Bewerbungsgespräch nach viel Arbeit. Doch lässt man sich die einzelnen Aspekte durch den Kopf gehen, sind sie eigentlich ganz selbstverständlich. Die oberste Regel jedes Bewerbungsgesprächs ist jedoch: Bleib dir selbst treu!

 

Aufgepasst!

Private Infos und Daten aus sozialen Netzwerken sind für viele Personen sichtbar, auch für Personalverantwortliche. Immer mehr Arbeitgeber informieren sich online über ihre Bewerber. Laut einer Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz greifen fast 80 Prozent bereits vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch auf Onlineprofile zu und haben so Zugang zu privaten Daten. Bei einem Viertel der Unternehmen kommt es sogar vor, dass Bewerber wegen Informationen aus dem Internet nicht eingestellt werden.

 

   Weitere Informationen:

   Videos:

   Vorstellungsgespräch - Focus.de   

 

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