Biologie: Wissenschaft mit Zukunft!

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24.10.2013
von Ann-Victoria Mangold | Klett MINT | #mintmagazin

Biologie: Wissenschaft mit Zukunft!

Interview mit Dr. Carsten Roller, Ressortleiter „Ausbildung und Karriere“ beim VBIO, Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland

Klett MINT: Warum sollten Schüler heutzutage Biologie studieren?

Dr. Carsten Roller

Dr. Carsten Roller

Carsten Roller: Ja, das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Life Sciences, somit das der Biologie. Es gibt viele neue Arbeitsfelder. Im Kommen sind beispielsweise techniknahe Bereiche wie die Systembiologie, die Bionik, die Biophysik oder auch die Nanobiotechnologie. Ein Megatrend bereits seit 20 Jahren ist die rote Biotechnologie, also die Bereiche der Biotechnologie, die medizinische Anwendungen zum Ziel haben. Wer im Zeitalter der alternden Gesellschaft ein wirksames Mittel gegen Alzheimer oder Parkinson findet, dem ist nicht nur der Nobelpreis sicher.

 

Welche Wege in die Biologie gibt es?

Neben einem Studium an einer Universität oder einer Fachhochschule führt auch eine Ausbildung zum technischen Assistenten oder zum Laboranten in die Forschungslabore. Für eine Karriere in der Forschung ist aber ein Doktortitel nötig.

 

Für wen ist ein Biologiestudium das Richtige?

Für jeden, der nicht nur Wale retten will. Die Biologie ist eine vollwertige Naturwissenschaft, aber ohne die benachbarten Disziplinen kommt sie nicht aus. Auf dem Stundenplan stehen neben den klassischen biologischen Grundlagenfächern vor allem Chemie, Physik und in steigendem Maße Mathe und Bioinformatik. Das Studium besteht zu 50 Prozent aus praktischer Laborzeit, weshalb die deutschen Studenten international sehr geschätzt sind. Im Rahmen des Bologna-Prozesses ist ein Wechsel zwischen Fächern, auch zwischen Fachhochschule und Universität, einfacher geworden. Jeder findet da schließlich seine „ökologische Nische“.

 

Es gibt doch jetzt so viele neue Studiengänge: Biotechnologie, Biomedizin, Bioinformatik – was soll man denn da studieren?

Am Anfang sollte man sich noch nicht zu sehr spezialisieren. Ich bin dafür, im Bachelorstudium ein breit gefächertes Grundlagenwissen zu erwerben und erst im Masterstudium spezifische Schwerpunkte zu setzen. Wer zu schnell in ein bestimmtes Fahrwasser kommt, kann unter Umständen nicht mehr umschwenken. Es muss nicht immer das klassische Biologiestudium sein, ein Vergleich zwischen Studiengängen lohnt sich in jedem Fall. Bitte aber nicht auf „Modefächer“ hereinfallen!

 

In welchen Branchen arbeiten Biologen?

Biologen arbeiten in den verschiedensten Bereichen. Besonders wichtig ist die Biomedizin, wo die Hälfte der Grundlagenforschung von Biologen durchgeführt  wird.  Aber auch an Hochschulen und Großforschungseinrichtungen, in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie, in den Medien, als Berater oder als Lehrer sind sie gefragt. Insgesamt ist der Arbeitsmarkt für Biologen im Moment sehr gut aufgestellt.

 

Viele Studienanwärter schrecken Tierversuche ab. Müssen in den ersten Semestern wirklich Ratten und Frösche seziert werden?

Nicht an allen Hochschulen müssen Tiere seziert werden, aber es ist ein Teil des Biologendaseins. Man darf sich nicht vor etwas drücken, das man später womöglich von seinen Mitarbeitern verlangt. Wenn ich ein Tier für einen Erkenntnisgewinn getötet habe, dann habe ich gelernt, den Wert des Tieres anzuerkennen. Als Biologe muss man moralische Entscheidungen treffen und vertreten können.

 

Vielen Dank für dieses tolle Interview. Ihnen weiterhin viel Erfolg und bis zum nächsten Mal!

 

   Weitere Informationen:

   vbio.de

   Biologie studieren

   Studium Bioingenieurwesen   

   Übersicht Hochschulen

 

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