Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“

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12.06.2014
von #mintmagazin

Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“

Als Innovationsstandort und Ingenieurland Nr. 1 ist der Bedarf an inländischen und internationalen MINT-Fachkräften in Baden-Württemberg besonders groß. Um den Fachkräftebedarf zu decken, benötigen Unternehmen und Nachwuchskräfte geeignete Plattformen, um sich auszutauschen. Aus diesem Grund hat Dr. Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, die Schirmherrschaft für die European MINT Convention übernommen, die am 16. und 17. September in Stuttgart als Recruiting-Ausstellung und Konferenz stattfindet.

„Als Schirmherr der European MINT-Convention ist es mir besonders wichtig, dass wir die Potenziale von internationalen MINT-Fachkräften und besonders von Frauen verstärkt nutzen. Dadurch steigern wir die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit unseres Bundeslandes", betonte der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid.

Mit dem Ziel der wachsenden Fachkräftelücke entgegenzuwirken und mehr Mädchen und Frauen für MINT-Berufe zu begeistern, hat die Landesregierung von Baden-Württemberg die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ ins Leben gerufen. Dabei arbeitet die Landesinitiative eng mit einem breiten Netzwerk aus mehr als 35 Partnern aus Ministerien, Arbeitgeberverbänden, Unternehmen, Gewerkschaften, Arbeitsagenturen, Frauennetzwerken, Hochschulen und weiteren Kooperationspartnern zusammen.

Die Landesinitiative setzt an unterschiedlichen biographischen Schnittstellen an, damit Mädchen und Frauen ihr Interesse für MINT bewahren und langfristige berufliche Perspektiven entwickeln. So fördert die Landesinitiative Informationsveranstaltungen und Aktionstage für Schülerinnen und weibliche Auszubildende im gewerblich-technischen Bereich, führt Kompetenzworkshops für Unternehmen durch und unterstützt Projekte für den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen.

Mit dem in diesem Jahr erstmals durchgeführten MINT- Unternehmenswettbewerb werden kreative und innovative Konzepte zur Förderung von Frauen in MINT-Berufen ausgezeichnet. Unternehmen aus Baden-Württemberg unterschiedlicher Größenklassen konnten sich in den Kategorien „Berufsorientierung und Recruiting“, „Wiedereinstieg in den Beruf“ und „Personalentwicklung und -bindung“ bewerben

„Ziel des Unternehmenswettbewerbs ist es, vorbildliche Konzepte auszuzeichnen und bekannt zu machen. Ich freue mich deshalb sehr über die zahlreichen qualifizierten Bewerbungen. Dies zeigt, dass in den Unternehmen ein Bewusstseinswandel stattfindet und Konzepte zur Förderung von Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen entwickelt werden“, sagte der Schirmherr der Wettbewerbs, Minister Nils Schmid.

 

Berufsorientierung und Recruiting

Die technischen Talente von Mädchen und junge Frauen müssen oft erst entdeckt werden. Selbst Mädchen, die sich grundsätzlich für technische Berufe interessieren, haben Bedenken, in einer männerdominerten Berufswelt bestehen zu können. Deshalb gilt es bereits in der Frühphase der Berufsorientierung ein attraktives Bild technisch-naturwissenschaftlicher Berufe zu vermitteln. Rollenvorbilder helfen dabei. Eine 20-jährige Maschinenbaustudentin, die nach ihrem Abschluss unbedingt in der Automobilbranche arbeiten möchte, lässt sich nicht vom Weg abbringen: „Wenn jemand denkt, Männer seien für diesen Beruf besser geeignet, dann sehe ich das als Herausforderung, das Gegenteil zu beweisen.“

Die Finalisten des Unternehmenswettbewerbs beeindruckten die Juroren mit einer breiten Palette an Informations- und Bildungsangeboten zur Erschließung von Nachwuchskräften. Zum Teil reicht das Engagement für den MINT-Nachwuchs vom Kindergarten bis zur Hochschule: Spielerische Einführungen in die Naturwissenschaften, Projektwochen, Praktikumsplätzen, Bewerbertrainings, Sponsorings, der Bereitstellung von Materialien für den Technikunterricht sowie Förderpreise für herausragende technische Leistungen werden angeboten.

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Die Finalisten in der Kategorie Berufsorientierung & Recruiting 

Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern:
E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH, Robert Bosch GmbH, ZF Lenksysteme GmbH

Unternehmen mit 51 bis 500 Mitarbeitern:
Endress+Hauser InfoServe GmbH & Co. KG GmbH, ESCAD AG,
tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH,

Unternehmen mit 1 bis 50 Mitarbeitern:
Conz + Straßer GmbH, generic.de software technologies AG, HAMPF CONSULT

 

Wiedereinstieg in den Beruf

In Baden-Württemberg fehlen zurzeit etwa 20.000 Ingenieurinnen und Ingenieure. Gleichzeitig sind etwa 6.000 Ingenieurinnen nicht in ihrem erlernten Beruf tätig. „Es ist außerordentlich schwierig, als Ingenieurin in dieser Männerdomäne einen Teilzeitjob zu finden“, so eine 49-jährige Luft- und Raumfahrtingenieurin, die nach jahrelanger Suche den Wiedereinstig über ein Projekt der Landesinitiative geschafft hat. Wollen Unternehmen in Zukunft das Potenzial von Frauen in technischen Berufen besser für sich nutzen, müssen sie zunächst die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, um dem hohen Drop-out von Frauen aus ihrem MINT-Beruf gezielt entgegenzuwirken. Die Finalisten in dieser Kategorie konnten mit dem Angebot flexibler Arbeitsmodelle, Maßnahmen zur Kinderbetreuung und speziellen Fortbildungs- und Qualifizierungsprogrammen überzeugen. Mit  ausgereiften Konzepten, nach denen Mitarbeiter auch während der Elternzeit weitestgehend in die Prozesse und Entwicklungen des Unternehmens integriert sind, wird die Rückkehr in den Beruf erleichtert und die Rückkehrquote signifikant erhöht.

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Die Finalisten in der Kategorie Wiedereinstieg in den Beruf 

Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern:
Fraunhofer IZS/IWM, Festo AG & Co KG, Hewlett-Packard GmbH, ZF Lenksysteme GmbH

Unternehmen mit 51 bis 500 Mitarbeitern:
ESCAD AG, tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH, Volz Gruppe GmbH,
WERMA Signaltechnik GmbH + Co. KG

Unternehmen mit 1 bis 50 Mitarbeitern:
Alfred Arnold Verladesysteme, Conz + Straßer GmbH, HAMPF CONSULT

 

 

Personalentwicklung und -bindung

Um Frauen in MINT-Berufen im Unternehmen zu halten, müssen Unternehmen Karrierebedingungen bieten, die der Lebenswirklichkeit von Frauen Rechnung tragen und sowohl die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als auch berufliche Aufstiegschancen ermöglichen. Eine 37-jährige Mutter von zwei Söhnen, zugleich Ingenieurin in verantwortungsvoller Position, kann Familie und Karriere endlich unter einen Hut bringen: „Mein Unternehmen bietet in allen Bereichen konsequent Teilzeit an und nimmt damit eine Ausnahmeposition ein.“

Die Jury des Unternehmenswettbewerbs achtete bei der Auswahl der Finalisten verstärkt auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen. Gemeinsam mit den Angeboten für Frauen zur Karriereentwicklung sind dies wichtige Indikatoren für die Auflösung des vermeintlichen Widerspruchs von familiärer Verantwortung und beruflicher Weiterentwicklung. Darüber hinaus beeindruckten einige Finalisten mit weitergehenden Maßnahmen und Konzepten, wie speziell auf Frauen zugeschnittene Mentoring-Programme, Weiterbildungsangebote, Führungstrainings und Coachings.

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Kategorie Personalentwicklung & -bindung 

Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern:
Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Fraunhofer IZS/IWM,
Hewlett-Packard GmbH, U.I. Lapp GmbH

Unternehmen mit 51 bis 500 Mitarbeitern:
CeGaT GmbH, ESCAD AG, tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH,
WERMA Signaltechnik GmbH + Co. KG

Unternehmen mit 1 bis 50 Mitarbeitern:
easySoft GmbH, HAMPF CONSULT

 

Kontakt

Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“

Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg

Website: www.mint-frauen-bw.de

Facebook: www.facebook.com/MINT.Frauen.BW  

E-Mail: info@mint-frauen-bw.de

 

 

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